[05.08.2026] Mit dem neuen Programm „Shallow Bays of the Mediterranean“ setzen die MSC Foundation und die Asociación Vellmarí ein starkes Zeichen für den Schutz des Mittelmeers. In den kommenden drei Jahren sollen bis zu 180.000 Posidonia-oceanica-Pflanzen großflächig renaturiert, tausende Menschen für den Meeresschutz begeistert und ein wissenschaftlich fundiertes Modell für weitere Mittelmeerregionen entwickelt werden. Alle wichtigen Informationen rund um das neue Naturschutzprojekt, seine Ziele und warum Posidonia-Seegras eine so entscheidende Rolle für das Ökosystem Mittelmeer spielt, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.
Mit türkisblauem Wasser, einsamen Buchten und einer faszinierenden Unterwasserwelt gehört das Mittelmeer zu den beliebtesten Kreuzfahrtrevieren der Welt. Doch was viele Urlauber nicht wissen: Unter der Wasseroberfläche verbirgt sich eines der wichtigsten Ökosysteme Europas. Die weitläufigen Posidonia-Seegraswiesen sind wahre Klimaschützer, Kinderstube zahlreicher Meeresbewohner und ein natürlicher Küstenschutz zugleich.
Warum Posidonia-Seegras so wichtig ist
Auf den ersten Blick wirkt Posidonia wie gewöhnliches Seegras. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Pflanzenart, die ausschließlich im Mittelmeer vorkommt und dort eine entscheidende Rolle für das gesamte Ökosystem spielt. Die dichten Seegraswiesen bieten unzähligen Fischen, Krebsen und anderen Meereslebewesen Schutz und Nahrung. Gleichzeitig speichern sie große Mengen sogenannten „Blue Carbon“, stabilisieren den Meeresboden und schützen die Küsten vor Erosion. Doch genau diese wertvollen Lebensräume sind in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts beschädigt worden, sei es durch Anker, Bauprojekte oder andere menschliche Eingriffe. Ihre Wiederherstellung gilt deshalb als besonders anspruchsvoll und erfordert viel Geduld sowie wissenschaftliche Begleitung.
Ein Drei-Jahres-Projekt für das Mittelmeer
Mit „Shallow Bays of the Mediterranean“ wollen die MSC Foundation und die Asociación Vellmarí genau hier ansetzen. Zwischen August 2026 und Juli 2029 sollen auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern geschädigter Seegraswiesen bis zu 180.000 Posidonia-oceanica-Pflanzen neu angepflanzt und langfristig überwacht werden. Damit würde sich die bislang von Vellmarí renaturierte Fläche nahezu verdreifachen. Der Startschuss fällt in der Bucht von Talamanca auf Ibiza. Dort werden zunächst die Methoden zur Renaturierung weiterentwickelt und wissenschaftlich begleitet. In den folgenden Jahren soll das Konzept, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, auch auf Palma de Mallorca sowie die Küste Barcelonas ausgeweitet werden.
Naturschutz beginnt mit Wissen
Das Projekt beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Wiederherstellung der Unterwasserwelt. Ebenso wichtig ist es den Initiatoren, Menschen für den Schutz der Meere zu begeistern. Deshalb werden in den kommenden drei Jahren über 30 Schulen und Bildungseinrichtungen, rund 6.000 Schülerinnen und Schüler, etwa 600 Freiwillige, zahlreiche Pädagogen sowie Tauchzentren aktiv in das Programm eingebunden. Gemeinsam sollen sie nicht nur bei Renaturierungsmaßnahmen unterstützen, sondern auch ein besseres Verständnis für die Bedeutung mariner Ökosysteme entwickeln.
So entsteht ein Projekt, das Forschung, Umweltbildung und praktischen Naturschutz miteinander verbindet.
Eine Partnerschaft mit Geschichte
Die Zusammenarbeit zwischen der MSC Foundation und der Asociación Vellmarí ist dabei keineswegs neu. Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Schiffstaufe der EXPLORA III erfolgte zugleich die Ernennung der Vellmarí-Mitbegründerin Cristina Ozores zur Taufpatin des Schiffes. Wie Daniela Picco, Geschäftsführerin der MSC Foundation, bereits betonte: „Unsere Partnerschaft mit der Asociación Vellmarí vereint wissenschaftliche Expertise, Bildung und gesellschaftliches Engagement und hilft den Menschen dabei, sich aktiv für den Schutz des Meeres einzusetzen, das uns alle verbindet. Die Ernennung von Cristina Ozores zur Taufpatin der EXPLORA III ist ein passendes Symbol für das gemeinsame Engagement für das Meer, das dieser Zusammenarbeit zugrunde liegt.“
Bereits seit 2024 engagieren sich beide Partner gemeinsam auf Formentera für den Schutz der Posidonia-Seegraswiesen. In den vergangenen zwei Jahren konnten dort bereits mehr als 78.000 Pflanzen gesetzt und rund 2.700 Quadratmeter geschädigter Seegrasflächen renaturiert werden. Auf diesen Erfahrungen baut das neue Mittelmeerprogramm nun auf.
Nachhaltigkeit als Teil der Kreuzfahrt
Für Kreuzfahrtgäste bleiben die türkisfarbenen Buchten rund um Ibiza, Mallorca oder Barcelona häufig als traumhafte Urlaubsmotive in Erinnerung.
Programme wie „Shallow Bays of the Mediterranean“ zeigen jedoch, dass sich hinter dieser Schönheit empfindliche Ökosysteme verbergen, deren Schutz langfristiges Engagement erfordert. Die MSC Foundation möchte mit diesem Projekt nicht nur Lebensräume wiederherstellen, sondern auch das Bewusstsein dafür stärken, wie eng Tourismus, Wissenschaft und Naturschutz miteinander verbunden sind.
Denn nur wenn diese einzigartigen Unterwasserlandschaften erhalten bleiben, können auch zukünftige Generationen die Schönheit des Mittelmeers in ihrer ganzen Vielfalt erleben.